Der Goalie bin ig

Vorstellung/Theater: Bühnen Bern

Das erste Mal seit ich ins Theater gehe, wäre ich lieber zu spät als pünktlich gekommen. Nicht weil ich den Anfang verpassen wollte, aber weil das Stück so spontan und angenehm angefangen hat und es für ein Mal nicht unangenehm gewesen wäre. Die die 5 Minuten zu spät eingetrudelt sind, wurden gemütlich herein gebeten, angesprochen und eingeführt. Von wem, fragtst du dich? Vom Schauspieler. Vom einzigen Schauspieler. Jonathan Loosli führte mit seiner Stimme fast Pausenfrei durch das gesamte Stück von Pedro Lenz. Was simpel im Dialog mit dem Publikum begann, wandelte sich schnell in eine mal mehr und mal weniger tragische Erzählung des Lebens des «Goalie’s». Wer sind die wahren Freunde? Was fang ich den lieben langen Tag mit mir an? Wie komm ich zu einem Job? Wie komm ich weg vom Stoff und wie gehe ich mit Verlust um? All diesen Fragen muss sich der Goalie mehr oder weniger alleine stellen. Neben ihm lediglich ein Paar eiskalte Schneemenschen auf der Bühne die er zu dem macht was er grad als Gegenüber braucht. Je länger das Stück, desto mehr gleicht die Bühne einem Schneeballschlachtfeld.

Unglaublich wie Jonathan Loosli die Körpersprache der Rolle bis aufs kleinste Detail übernimmt, ewige Monologe spricht und alleine den gesamten Raum bespielt rsp. einnimmt. Eine wahnsinnige Leistung um dann einfach im dunkeln zu verschwinden. Dem Publikum wird währenddessen ein spektakulärer Abschluss geboten.

Von fast eingeschlafen (1) bis ich will nochmal (5): Ich war an der Derniere dieses Stück (zumindest dieses Jahr) deshalb hat sich das «nochmal» erledigt. Das soll aber noch nichts heissen. Ich fands super, sehr intensiv. Weil es nur ein Schauspieler beinhaltet, konnte man sich immer auf alles essenzielle konzentrieren und ein zweites Mal wäre eine reine Glust Sache. Bei mir hat aber einmal gereicht um mich völlig zu überzeugen. Ich mochte die Geschichte (danke Pedro Lenz) und fand es äussert geeignet als Theaterstück. Es war genial gespielt und super inszentiert. (5)

Würd ich’s meinen Nachbar:innen empfehlen?: Ohne auch nur eine Minute darüber nach zu denken: Ja.

Geeignet für:

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